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Glühende Physalis ohne Photoshop



Physalis gibt es in diversen Varianten, es gibt essbare im Supermarkt zu kaufen, dabei handelt es sich um die sogenannte Andenbeere oder auch Blasenkirche genannt. Diese Sorte ist lecker, aber aufgrund ihrer hellen gelben Haut nicht ansatzweise so schön anzuschauen wie die Physalis Alkekengi auch als Lampionblume bekannt.  In den letzten Jahren sind die Lampionblumen stark in Mode gekommen und machen dem Kürbis als Herbstdekoration starke Konkurrenz. Durch ihre intensive Orangefärbung repräsentiert diese Physalis Sorte ideal den Herbst, aber wenn man ein Foto von ihr macht wirken die Bilder meistens recht stumpf und nicht wirklich umwerfend.  Man kann sie als Dekorationselemente mit in eine Bildkomposition bringen, aber wenn die Lampionblume das Hauptmotiv darstellen soll geht es nur mit einer ordentlichen Portion Licht. 

Die wunderschöne Struktur der Physalis kommt erst gut zur Geltung wenn  Gegenlicht die dünne Haut mit Licht durchflutet, diese Konstellation bietet sich in der Natur allerdings in den seltensten Fällen auf natürliche Weise, also muss man sich etwas einfallen lassen um diese Physalis so gut wie möglich aussehen zu lassen.  In meinem Fall bin ich wie folgt vorgegangen, ich habe die Lampionblume in einem dunklen Raum auf einem Tisch positioniert,  für das Gegenlicht sorgte ein Fenster im linken oberen  Bildbereich. Um das Licht das von außen so aussehen zu lassen als ob es die Physalis mit Licht durchflutet,  habe ich das rechte Fenster geschlossen und die Rollladen runter gelassen. So habe ich einen seitlichen Lichtkegel erzeugt der so aussieht als ob er die Physalis ausreichend mit Licht durchleuchtet, aber das war leider nicht ansatzweise ausreichend. Eine Lösung musste her, und da ich im Leben gelernt habe das etwas das nicht passt, passend gemacht werden muss, überlegte ich mir wie ich diese Physalis zum Glühen bringe wie eine Sankt Martins Laterne.

 

Um das Bild noch natürlich wirken zu lassen und nicht mit Photoshop zu bearbeiten war es unmöglich eine Lichtquelle unter der Physalis anzubringen. Als Purist benötigte ich eine Lösung ohne Bildbearbeitungsprogramm. Die Lösung lag direkt auf  meinem Schreibtisch, vor einigen Wochen habe ich einen Kugelschreiber geschenkt bekommen. Drückt man 2-mal auf den Knopf aktiviert sich eine winzige Led Lampe an der Spitze mit der man auch im Dunkeln schreiben kann. Also positionierte ich den Kugelschreiber mit eingeschalteter Ledlampe direkt hinter der Physalis, wählte den zu sehenden Winkel und verdeckte mit der Physalis den Kugelschreiber der gut  14 cm lang ist.

 

 

Mit diesem Resultat war ich vorerst zufrieden,  die Physalis leuchtete intensiv, die Struktur der kleinen Äderchen kommt optimal zur Geltung und die Bildkomposition sieht natürlich aus, so als ob der Lichtkegel von links oben ausreichen würde um die Physalis zum Leuchten zu bringen. Natürlich geht das sicher auch noch besser, aber meine Mission die Physalis zum Glühen zu bringen und ihre wundervolle Struktur zu offenbaren dürfte erfolgreich gewesen sein.  Probiert es mal selber aus, mit so einem Lichtkugelschreiber lassen sich sicher auch noch jede Menge andere kreative Spielereien machen.