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Mit der Drohne in Italien fliegen


Regelmäßig erhalte ich Emails mit Fragen zum Thema Einsatz von Drohnen / Multikopter in Italien. Die Fragen sind zum Teil nicht unberechtigt denn im Vergleich zu Deutschland gelten in Italien zum Teil andere Bestimmungen. Es gibt einige Dinge die man beachten sollte um Probleme zu vermeiden.  Dieser Blogartikel befasst sich mit den Richtlinien und Anforderungen für unbemannte ferngesteuerte Flugkörper mit und ohne Kameras. Da sich die Gesetzeslage immer wieder ändert übernehme ich auch keine Verantwortung für Änderungen die in Zukunft den Inhalt dieses Artikels revidieren sollten. Wer also in Italien eine Drohne, Quadrocopter, Multicopter oder sonstiges flugfähiges Gerät benutzen möchte, hat auch die Aufgabe sich über den aktuellen Stand der Gesetzeslage in Italien zu informieren. 

Mit der Drohne in Italien fliegen

Welche Behörde reguliert das fliegen mit Drohnen in Italien?

Die zuständige Behörde in Italien für zivile Flüge ist die ENAC (Ente Nazionale per l’Aviazione Civile) hier erhält man alle nötigen Informationen um immer auf der sicheren Seite zu sein. Der Einsatz von ferngesteuerten Fluggeräten wird in zwei Bereiche unterteilt, zum einen ARP (Aeromobili a Pilotaggio Remoto) dabei handelt es sich um Ferngesteuerte Fluggeräte die in der Freizeit verwendet werden sowie den SARP (Sistemi Aeromobili a Pilotaggio Remoto) mit denen man die kommerzielle oder wissenschaftliche Nutzung von ferngesteuerten Flugsystemen bezeichnet. Dabei ist hier völlig egal ob eine Kamera am Fluggerät angebracht ist oder nicht. Des Weiteren wird in Fluggeräte bis 2 Kg, bis 25 Kg und 25 bis 150 Kg unterschieden.

 

Freizeitgestaltung oder kommerzieller Einsatz?

Egal mit welchem Fluggerät auch immer Sie in Italien fliegen möchten wird unterschieden ob Sie kommerziell oder als Freizeitbeschäftigung fliegen. Wer eine Drohne für kommerzielle Zwecke verwenden möchte benötigt selbst für kleine Fluggeräte unter 2 Kg diverse Voraussetzungen, medizinisches Gutachten, Versicherungen und Genehmigungen. In Italien ist es zudem verboten Drohnen in der Öffentlichkeit für kommerzielle Zwecke zu verwenden, wenn man unter 18 Jahre alt ist. Das gilt auch für kleine Modelle wie die DJI Phantom oder ähnlichen kleineren Multikopter.

 

Brauche ich eine Genehmigung um in Italien zu fliegen?

Solange die Drohne weniger als 2 Kg wiegt und nur für die Freizeitgestaltung verwendet wird benötigen Sie keine Genehmigung der ENAC. Wer hingegen einen kommerziellen Einsatz plant benötigt nicht nur eine Genehmigung der ENAC sondern auch einen Drohnenpilotenschein, ein medizinisches Gutachten der Klasse 2 sowie eine Versicherung. Wer kommerzielle Drohenflüge in Italien betreibt und keine Genehmigung oder Drohnenpilotenschein besitzt muss mit einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr rechnen.

 

Brauche ich eine Versicherung für meine Drohne?

Wer in Deutschland mit seiner Drohne fliegen möchte unterliegt der Versicherungspflicht egal ob die Drohne als Hobby oder für kommerzielle Interessen genutzt wird. Das gilt für kleine Modelle wie die DJI Phantom sowie für größere. In Italien benötigt man keine Versicherung solange die Drohne für die Freizeitgestaltung genutzt wird und unterhalb von 2 Kg wiegt.  Wer hingegen eine Drohne in Italien kommerziell nutzen will unterliegt der Versicherungspflicht.  Wer kommerziell Drohnen einsetzt ohne Versicherungsschutz muss mit Strafen von 15000 bis 100.000 Euro rechnen.  Generell empfiehlt es sich allerdings den bereits bestehenden Versicherungsschutz den man in Deutschland besitzt auf Italien zu erweitern, auch wenn man nur hobbytechnisch fliegt. Ich bin z.B. Mitglied des DMFV (Deutscher Modelflieger Verband) wo man Zusatzversicherungen für diverse Länder problemlos hinzubuchen kann für das jeweilige Fluggerät.

 

Wo darf ich fliegen und wo nicht?

Alle Fluggeräte ob Multikopter oder sonstiges unter 2 Kg werden generell als „nicht kritisch“ betrachtet, dass bedeutet das man mit diesen Fluggeräten fast überall fliegen darf. Ausgenommen sind Flughäfen (im Umkreis von 5 Km verboten), militärische oder wissenschaftliche Einrichtungen sowie Menschenansammlungen. Auf Veranstaltungen, Prozessionen oder Demonstrationen darf man nicht über Menschen fliegen. Dasselbe gilt für Parkanlagen, Autobahnen oder Landstraßen. Allerdings wird auch hier unterschieden in ARP oder SARP. Wer eine Drohne für kommerzielle Zwecke verwendet (SARP) unterliegt strengeren Auflagen und muss z.B. 8 Kilometer von Flughäfen entfernt bleiben.

 

Wie weit und wie hoch darf ich fliegen?

Das hängt davon ab wie die Drohne genutzt wird, hier wird unterschieden in „kritische“ und „nicht kritische“ Einsatzgebiete. Unter nicht kritisch versteht man das fliegen über Felder und unbewohnten Gebieten, hier darf man bis zu 70 Meter hoch und 200 Meter weit fliegen, immer mit Sichtkontakt zur Drohne.  Unter kritische Einsatzgebiete fällt hingegen das fliegen in Ortschaften, hier darf man zwar bis zu 150 Meter hoch und 500 Meter weit fliegen, allerdings unterliegt man hier sehr strengen Regeln und man benötigt eine Flugerlaubnis, ein medizinisches Gutachten der Klasse 2, eine Bescheinigung als attestierter Drohnenpilot der ENAC sowie eine Versicherung.  Sprich das fliegen in „kritischen Einsatzgebieten“ ist nur den kommerziellen Drohnenpiloten gestattet die auch den Pilotenschein gemacht haben für den man einen 30 – 50 Stundenkurs abgeschlossen haben muss.

 

Zusammenfassung für Hobbypiloten (nichtkommerzieller Einsatz)

Wer in Italien mit seiner DJI Phantom oder anderen kleinen Drohnen fliegen möchte und keine kommerziellen Absichten hat muss nur darauf achten wo, wie hoch und wie weit geflogen wird. Eine Versicherung ist nicht Pflicht, sollte aber dennoch abgeschlossen werden. Maximale Höhe 70 Meter, maximale Reichweite 200 Meter immer mit direktem Sichtkontakt zur Drohne. Nur fliegen wo es erlaubt ist (siehe „wo darf ich fliegen“). Autopiloten und GPS gesteuerte automatische Flüge sind verboten.

 

Zusammenfassung für den kommerziellen Einsatz von Drohnen

Neben der generellen Genehmigung der ENAC benötigt man ein medizinisches Gutachten der Klasse 2 das bestätigt das man psychisch sowie physisch in der Lage ist das Fluggerät zu bedienen. Man benötigt einen Drohnenpilotenschein den man über einen Kurs erwerben kann der von der ENAC autorisiert ist. In der Regel dauert so ein Kurs zwischen 30 und 50 Stunden mit Abschlussprüfung. Zudem besteht eine Versicherungspflicht für die Drohne.  Autopiloten und GPS gesteuerte automatische Flüge sind verboten.

 

Fotografieren & Filmen mit der Drohne in Italien

In diesem Artikel ging es primär um das fliegen von Drohnen in Italien, wer filmen oder fotografieren möchte muss noch einige weitere Dinge beachten auf die ich in diesem Artikel nicht eingehen werde. Zu diesem Thema werde ich falls gewünscht einen weiteren Artikel publizieren.

 

Wer hingegen gerne mal seine Drohne auf Sizilien fliegen lassen möchte findet in meinem Artikel

"Mit der DJI Phantom sicher auf Sizilien fliegen" noch ein paar nützliche Tipps zum sicheren fliegen

auf der Sonneninsel Sizilien.

 

Für alle die es noch ganz genau wissen möchten und auch die italienische Sprache lesen können hier

ein Link zum 36 Seiten langen PDF der ENAC der das fliegen von Drohnen in Italien reglementiert. 

https://www.enac.gov.it/repository/ContentManagement/information/N122671512/Reg_APR_Ed2_Em1.pdf